Andacht: Stärke

Gehalten: Bisher noch nicht.

Stark sein bedeutet nicht, nie zu fallen… Stark sein bedeutet immer wieder aufzustehen.

Ein Satz mit großer Bedeutung. Kein Mensch fällt nie, macht nie Fehler. Jeder hat schwierige Zeiten, wo alles verloren scheint und man einfach nicht mehr weiter weiß. Aber das, was Stärke ausmacht, ist der Umgang mit diesen Zeiten. „What doesn’t kill you makes you stronger“ ist für mich nicht korrekt. Ich würde es eher in die Richtung sagen, dass einen die schweren Zeiten durchaus stärker machen können, wenn man sie überwindet und wieder hinauskommt. An Erfahrung sammelt. Mehr auf dem Glauben baut und auf Gott vertraut. Aber geht es jedem so? Oft denkt man sich in solche Zeiten wirklich nur „Gott, wo bist du? Gibt es dich wirklich? Warum lässt du all das Leid hier zu?“ Eine sehr alte, viel diskutierte Frage. Aber ich denke, dass man diese Frage auch nicht wirklich beantworten kann. Ich weiß nur so viel: Gott schützt uns nicht vor schweren Zeiten und vor Leid. Aber er hilft uns dabei, diese Zeiten zu überstehen und daran zu wachsen. Stärker zu werden.

Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.

„Zufälligerweise“ mein Tauf- bzw. Konfirmationsspruch. Zufällig? Ich glaube nicht. Ich merke jetzt gerade, was ich mir da eigentlich für einen Vers ausgesucht habe, wie viel Wahrheit darin eigentlich steckt. Es stimmt einfach. Vieles im Leben belastet uns und macht uns zu schaffen. Aber wir können auf Gott vertrauen, auf ihn bauen, und damit diese Zeiten überstehen.
Dazu passt das Gleichnis vom Haus auf Fels und auf Sand (Lukas 6, 47-49). Um das kurz zusammenzufassen: Es geht um zwei Männer, beide bauen ein Haus. Der eine baut auf einen stabilen Felsgrund mit tiefgehenden Fundamenten, der andere baut einfach auf Sand. Das Haus auf dem Fels hält auch die stärken Stürme aus, das Haus auf dem Sand ist nach einer Böe weg.
Aber was soll uns das sagen? Wer ein starkes und tragfähiges Fundament hat, der wird auch von den größten Stürmen nicht zu Grunde gerichtet. Vielleicht fehlt hier und da eine Dachpfanne, vielleicht ist ein Fenster kaputt gegangen und der Keller steht unter Wasser. Aber das Haus steht noch und lässt sich leicht reparieren. So geht es uns selbst auch oft. Wir gehen aus stürmischen Zeiten sicherlich nicht unbeschadet hervor. Sowas hinterlässt Spuren, prägt uns. Aber wir können diese Zeiten gut überstehen und daran wachsen und stärker werden, auf Gott und unseren Glauben bauen. Unser Fundament noch stabiler und tragfähiger machen. Unseren Glauben noch weiter festigen.
Genau das wünsche ich euch, dass euer Glaube immer stärker wird, zu etwas wird, worauf ihr selbst in den schwersten Zeiten bauen könnt. Stark wie ein Fels in der Brandung. Auch nach hunderten Stürmen unbeschadet. Stabil und tragend.

Amen

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Andacht: Mein Weg

Gehalten am 03.07.2017 in Kroatien

Der Glaube spielt schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ich kann ehrlich gesagt gar nicht genau sagen, was für eine Rolle Gott in meinem Leben hat. Aber eine sehr wichtige, so viel ist klar. Tief im inneren weiß ich ganz genau, dass es ihn gibt. Es ist einfach ein Gefühl, ich kann es nicht genauer definieren. Ohne Gott würde mir einfach ein wichtiger Teil fehlen. Ich denke nicht immer an ihn. Aber ich habe oft das Gefühl, dass er einfach da ist. Dass ich nicht alleine bin. Insbesondere in schwierigen Situationen gibt mir das eine gewisse Ruhe. Dadurch kann ich manche Dinge dann trotz Aufregung etc. einfach klarer sehen und mir dann überlegen, was in diesem Moment das richtige wäre. Und bei vielen größeren Entscheidungen bin ich mir sicher, dass ich das richtige getan habe.

So auch die Entscheidung, auf dieser Freizeit als Mitarbeiter mitzufahren. Ich bin hier weit über das hinausgegangen, was ich kenne und wo ich mich sicher fühle. Weit aus meiner Komfortzone heraus, weg von dem, was ich gut kenne und worin ich mich sicher fühle. Etwa genauso weit von meiner Komfortzone entfernt wie wir gerade von zuhause. Die letzten paar Tage vor Freizeitbeginn habe ich mich gefragt, warum ich mich überhaupt als Mitarbeiter gemeldet habe. Mich gefragt, ob ich dem überhaupt gewachsen bin. An mir selbst gezweifelt. Aber irgendwie hatte ich trotzdem das Gefühl, das richtige zu tun. Ich habe hier so viel gemacht, wozu ich vorher nie den Mut hatte, was ich einfach nicht gemacht habe, weil ich mich dabei zu unsicher gefühlt habe.

Und das ist dann wieder einer dieser Momente, wo mir klar ist, dass das, was passiert ist, einfach kein Zufall sein kann. Auch bei manchen Menschen, die ich kennengelernt habe, bin ich mir sicher, dass das nicht einfach so passiert ist. Da muss einfach jemand von oben seine Hand im Spiel gehabt haben. Jemand, der mich zu diesem Menschen, mit dem ich mich gut verstehe und dem ich absolut blind vertraue, geführt hat. Aber nicht nur bei manchen Menschen, die mir im Laufe der Zeit begegnet sind, habe ich das Gefühl, dass das von Gott gewollt ist. Auch die Entscheidung, überhaupt in der evangelischen Jugend ehrenamtlich tätig zu werden, war sicherlich kein Zufall. Ich habe hier einfach meinen Platz. Ich glaube, ich habe mich noch nie in einer Gruppe von so verschiedenen Menschen so wohl gefühlt wie hier in der evangelischen Jugend. Und die ehrenamtliche Arbeit hat mich in den letzten Jahren durchaus verändert und weitergebracht, ich habe hier viel gelernt. Ich bin selbstständiger geworden. Ich gehe jetzt meinen eigenen Weg und gucke nicht mehr so sehr auf Menschen, auf die ich früher viel geachtet. Ich bin einfach auch offener geworden, gehe jetzt anders mit Menschen um und nehme Dinge auch in die Hand, anstatt daneben zu stehen und zuzugucken. Klar, das ist noch weiter ausbaufähig, aber ich bin auf dem Weg. Wo mich dieser Weg hinführt und was letztendlich meine Bestimmung ist, weiß nur Gott, aber das wird sich schon noch zeigen. Da bin ich mir sicher. Aber ich bin glücklich, meinen bisherigen Weg so gegangen zu sein, wie ich es gemacht habe.

Amen

Andacht: Träume

Gehalten am 25.06.2017 in Kroatien.

Ein Traum – das kann ja erstmal vieles sein. Der Traum nachts beim Schlafen, der Traum vom Millionär-Sein. Diese Art von Träumen meine ich aber nicht. Mir geht es um die Träume und Wünsche über die nahe bzw. ferne Zukunft oder den nächsten Lebensabschnitt.

Wie vielleicht einige von euch wissen, stehe ich derzeit an genauso einem Punkt. Ich habe die Schule gerade erst hinter mir gelassen und jetzt wartet das nächste auf mich: Das Studium. Mein Traum ist, irgendwann gemütlich hinter einem Monitor zu sitzen und entweder zu programmieren oder Server zu managen. Aber weiß ich, ob das auch so kommen wird, ob ich die entsprechenden Hürden (also diverse Klausuren, Bachelor-Arbeit, Master-Arbeit, Jobsuche etc.) meistere, ob ich einen anderen Weg einschlage, um an mein Ziel zu kommen (also Ausbildung anstelle von Studium) oder ob ich letztlich einen komplett anderen Weg einschlagen werde…? Ähnlich ging es mir vor etwa einem Jahr. Mein 18. Geburtstag stand vor der Tür. Einer der größten Träume der letzten Jahre war, ein Gewerbe anzumelden. Ich hatte durchaus meine Zweifel, ob ich das alles so hinbekomme. Ob sich das überhaupt lohnt. Ob ich den Papierkram wie Buchhaltung und letztendlich auch die Steuererklärung hinbekomme. Am Ende habe ich dann etwas gemacht, was mir bisher wirklich schwergefallen ist und auch heute noch oft genug sehr schwerfällt: Ich habe mich einfach darauf eingelassen, es einfach gemacht.

Wir selbst wissen nicht, was in unserem Leben passieren wird. Wir können – wenn überhaupt – die nächsten ein-zwei Schritte weit sehen. Wie mit einer Kerze oder einer Laterne im Dunklen, man kann damit gerade so sehen, wo man als nächstes seinen Fuß hinsetzt. Nur Gott weiß, was uns auf unserem weiteren Lebensweg erwartet. Er ist das Licht auf unserem Weg, das uns den nächsten Schritt zeigt.

Träume können wahr werden – können. Entweder, weil man selbst nicht mehr an seinen Traum oder sein Ziel glaubt, oder weil es sich einfach anders ergeben hat als erhofft. Und wenn es mal doch nicht so klappt, wie es soll, kannst du dir sicher sein, dass Gott einen Plan für dich hat. Du weißt vielleicht nicht, was er für dich vorgesehen hat, aber er hilft dir dabei es herauszufinden und ist immer für dich da.

Amen